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Archive für 30.1.2010
Nackig im Schnee mit Moos als Frostschutzmittel
30.1.2010 von Brigitte Rondholz.
Nun ist der Januar fast zu Ende und es schneit immer noch.
Weihnachten sind solche Bilder schön, aber jetzt? (Das sind wir hier oben an der Küste gar nicht mehr gewöhnt)
Ich friere … naja, jedenfalls heute morgen, als ich zum Schneeschippen
rausging:
Aber was soll man machen?
Ein bisschen Spaß muss sein - ganz klar:
>
Und dann runter mit den Klamotten:
Sich nackig im Schnee zu wälzen macht echt Spaß, probiert es mal aus und es macht warm!
Aber das ist jetzt eine andere Geschichte, die ich Euch vielleicht morgen früh erzähle.
Jetzt gehe ich erst einmal zum Brombeerblätter und Moos sammeln in den Wald.
Schließlich werden die Rentiere davon auch groß und stark, nicht?

Wusstet Ihr, dass “Moose eine bestimmte Chemikalie enthält, die ihr Blut davon abhält zu gefrieren, wenn sie durch die eisige Arktis-Region ziehen. Das Moos ist fürs Rentier also wie das Frostschutzmittel für die Scheibenwischanlage im Auto.”
Vor etwa einem Jahr schrieb ich in der “Natürlich Leben!” zu Moosen:
“Schaut euch die prächtigen Rentiere an, die ausgewachsen rund 120 cm hoch und 200 cm lang sowie bis zu 320 kg schwer sind. Im Sommer fressen Rentiere Gräser und Moos. Im Winter graben sie mit den Hufen unter dem Schnee Moos hervor, das ihnen Saft und Kraft gibt. Nach heutiger Auffassung haben sich die Moose und Flechten vor langer Zeit, vor etwa 400 bis 450 Millionen Jahren, aus Grünalgen der Gezeitenzone entwickelt.
Das älteste Moos-Fossil, das Lebermoos, ist rund 350 Millionen Jahre alt. Weltweit kennt man über 25.000 Moosarten. Wie wenig weiß ich doch von diesen Schätzen der Natur! Auch diese Vielfalt gemahnt zur Ehrfurcht vor der Natur und verpflichtet zur Wahrung der Schöpfung.
Getrocknetes Moos ist in der Lage, viel Wasser aufnehmen zu können. Deswegen hat man es im Mittelalter als Windeln für Babys und zur Säuberung verwendet. Nun, so benutze ich es wie Toilettenpapier, wenn der Darm im Wald beim Laufen oder Urtraining auf Entleerung drängt. Finde ich überhaupt viel angenehmer als Papier, zumal die urköstliche Verdauung kaum Spuren am After hinterlässt.
Moose haben darüber hinaus auch antimikrobielle (fungizide und bakterizide) Wirkung.
Die Ureinwohner Südamerikas haben aus diesem Grund Salben daraus hergestellt und Wunden mit Moos wie ein Pflaster bedeckt. Heute noch wird aus bestimmten Moos-Arten Medizin gewonnen: zum Beispiel gegen Husten und Heiserkeit, bei Magenleiden, Durchfall, Blasenentzündung, Blutungen aller Art und als Anregungsmittel.
In der traditionellen chinesischen Medizin werden rund 40 Moosarten verwendet, etwa gegen Verbrennungen, Ekzeme, Angina und Bronchitis.
Bereits seit dem Altertum nutzten Chinesen und Ägypter Flechten als Heilpflanzen. Dem griechischen Naturforscher und Philosophen Theophrastus von Eresos, dem römischen Arzt Dioskurides und dem römischen Naturphilosophen Plinius Secundus waren Flechten als Heil- und Färbepflanzen wohl bekannt. Wie viel medizinisches Wissen ist vergessen oder unterdrückt worden!
Moose besitzen einen außergewöhnlich hohen Gehalt an Nährstoffen, das „Irische Moos“ ist reich an Vitamin A, D, E, F und K und enthält viel Jod, Kalzium und Natrium.
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