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Archive für 3.3.2010
Kartoffeln von BASF - ein weiterer verbrecherischer Eingriff in die Natur
3.3.2010 von Brigitte Rondholz.
Die EU-Kommisssion hat heute die Gen-Kartoffel Amflora von BASF zugelassen.

Und unsere famose schwarzgelbe Regierung hat angekündigt, nichts dagegen zu unternehmen.
Die besonders stärkehaltige Kartoffel, die eigentlich nur für technische Produkte wie Kleister genutzt werden soll, hat auch eine Zulassung für Tierfutter und Lebensmittel erhalten. Die Industrie geht offensichtlich selbst davon aus, dass der Erdapfel mit Antibiotikaresistenzgen im Kochtopf oder in der Chipstüte landen wird.
Greenpeace fordert Ministerin Aigner auf, umgehend den Anbau in Deutschland zu verbieten. Schreibt Euch die Finger wund - wir brauchen einen Proteststurm!
Erzählt Freunden, Verwandten und Bekannten von dieser Mitmachaktion. Hier findet ihr weitere Info:

Und wer Verbraucherministerin Aigner eine Frage stellen will, kann hier aktiv werden:
Abgeordnetenwatch
Dort gibt es zu dem Thema allerdings schon viele Anfragen und so wurde meine nicht mehr angenommen.
Ich schrieb der Bundeslandwirtschaftsministerin deshalb direkt folgende offene E-mail, die ich auch an die Bundeskanzlerin schickte, weil sie dies wichtige Thema zur “Chefsache” machen müsste.:
Betr.: Amflora von BASF
Sehr geehrte Frau Aigner,
Greenpeace vermeldet, dass Sie als Bundeslandwirtschaftsministerin
angekündigt hätten, nichts gegen die Zulassung der BASF-Kartoffel zu unternehmen.
Ist dies zutreffend?
Ich hoffe nicht, denn folgende Fakten liegen auf dem Tisch:
Durch Pollenflug verbreitet sich unkontrolliert genmanipuliertes Erbgut. Es ist nicht rückholbar und wir können mittlerweile die Folgen der Agro-Gentechnik für Gesundheit, Ernährung und Natur abschätzen - auch die EU könnte dies, wenn sie keine Scheuklappenpolitik betreiben würde und mal über ihren EU-Tellerrand hinweg schauen würde.
Bauern in verschiedenen Bundesländern der USA haben zum Beispiel Klagen gegen Aventis eingereicht, weil ihre Ernte kontaminiert war. Die Firmen StarLink Logistics (Aventis) und Garst Seed (Avanta) sowie vier Lebensmittelproduzenten mussten Millionen US-Dollar Entschädigungen an Verbraucher zahlen, die nach dem Verzehr von StarLink-kontaminierten Produkten über allergische Reaktionen geklagt hatten.
Der Anbau von Gen-Soja hat in Argentinien zu einem Pestizid-Alptraum geführt: Immer mehr Gift muss auf den Feldern versprüht werden. Wirtschaftliche, gesundheitliche und Umweltprobleme sind die Folge. (New Scientist). Der Handel blühte, das Geld floss und bis 2002 war fast die Hälfte des argentinischen anbaufähigen Landes - 11,6 Millionen Hektar - mit Gen-Soja bepflanzt, auch weit über die Pampa hinaus. Bereits in den “goldenen Zeiten” jedoch warnten Wissenschaftler vor den verheerenden Folgen, die jetzt sichtbar werden. Unkrautarten, die gegen Glyphosat resistent sind, verbreiten sich überall auf den Feldern. Die Dosis des giftigen Mittels wird ständig erhöht und neue Herbizide kommen zum Einsatz. Schätzungsweise 150 Millionen Liter Glyphosat wurden allein im Jahr 2003 versprüht. Getreide auf Nachbarfeldern wird durch die Giftwolken zerstört. Menschen leiden an Atemnot und Ausschlag, Vögel bringen missgebildete Junge zur Welt. Auch der Boden leidet unter dem Einsatz des Herbizides: Wichtige Bakterien werden vernichtet und die Erde wird unfruchtbar.
Immer mehr wird deutlich, dass der Traum von der Gen-Soja zum Alptraum für die argentinischen Bauern und die Wirtschaft des Landes wird. dies sollte ein warnendes Beispiel für die Länder, die sich an den Schwellen zum Anbau von Gen-Pflanzen (in diesem Fall: Kartoffeln) befinden, sein! Oder agieren sie mehr nach dem Motto: Augen zu - und durch?
Ich frage mich, ob wirklich niemand von unseren gewählten Politikern die Tragweite erkennen kann, wenn wir zukünftig nicht mehr „nur“ vom Öl der Multis, sondern auch beim Essen von diesen Agro-Konzernen abhängig und auch krank gemacht werden.
Überhaupt scheinen sich „christdemokratische“ und “liberale” Politiker erst in Abhängigkeiten so richtig wohl zu fühlen. Richtig toll ist es wohl erst auf dieser Welt, wenn wir die Chemiegifte nicht nur einnehmen, inhalieren oder uns auf die Haut schmieren. De luxe ist, wenn der Dreck gleich in die Pflanzen eingebaut wird.
Sie könnten die Fakten kennen, denn Greenpeace weist unermüdlich daraufhin, dass z.B. der US-amerikanische Gentech-Konzern Monsanto in den vergangenen Jahren Milliarden ausgegeben hat, um Saatgut-Produzenten aufzukaufen. Und er dominiert inzwischen den Markt für Mais- und Soja-Samen in Nord- und Südamerika sowie in Asien. Monsanto ist nicht der einzige Produzent von Gen-Samen, aber er allein ist für 90 Prozent der angebauten Gen-Pflanzen weltweit verantwortlich. Hauptsächlich (zu 77 Prozent) handelt es sich dabei um Pflanzen, die gegen ein allein von Monsanto selbst produziertes Herbizid resistent sind, das „Roundup-Ready“ heißt. Sein Wirkstoff ist Glyphosat, die auf der ganzen Welt am meisten verkaufte Herbizid-Chemikalie. Der Bauer muss „natürlich“ mit dem Gen-Saatgut das dazugehörige Pestizid von Monsanto erwerben und wird weiter in die Abhängigkeit von Agrarchemikalien getrieben. Der Spritzmitteleinsatz steigt dadurch. Doppelter Profit also!
Ich erwarte Ihren Widerstand dagegen, Frau Aigner, denn Kartoffeln von BASF braucht wirklich kein Mensch.
Oder wollen Sie sich irgendwann einmal von Ihren Kindern fragen lassen:” Warum hast Du denn nichts dagegen getan?”
Mit freundlichen Grüßen
Brigitte Rondholz (stellvertr. Vorsitzende vom “Bund für Gesundheit”)
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