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Archive für 12.4.2010
Siegfried W. F. Pagel: Warum wir keine Fleischesser sind und warum es uns krank macht, Fleisch zu essen
12.4.2010 von Brigitte Rondholz.
Der langjährige vegane Sonnenköstler (seit den 80er Jahren), Autor des Buches “Gesünder durch Sonnenkost” und seit geraumer Zeit urköstlich lebende Rohköstler, Sportler und ehemalige Marineoffizier machte sich Gedanken zur Maischberger-Sendung und schrieb ihr einen langen offenen Brief dazu, den ich an dieser Stelle in Teilen veröffentlichen werde:
1. Teil:
An diesem Abend jedenfalls wurde wieder einmal mehr ein Vorstoß für gesunde Ernährung demonstrativ untergebuttert. Für die natürliche Ernährung, die Urkost, waren da weder Raum noch Wille. Es war wie Kopenhagen-Gipfel im Kleinen, Umweltzerstörung mißachtet, und niemand schien sie auch nur entfernt mit Fleischernährung in Zusammenhang zu sehen, sich für unsere ’Welt auf der Kippe’ überhaupt zu interessieren. So ist auch die letzte meiner Eingangsbehauptungen keine bloße rhetorische Floskel. Wir ruinieren unseren Planeten nicht nur durch unseren rücksichtslosen Umgang mit den Naturressourcen bei der Energiegewinnung, sondern zusätzlich durch die Überschwemmung unseres Planeten mit Schlachtviehmassen. Diese fatalen Wirkungen müssen angesichts der Klimaproblematik in die breite Öffentlichkeit, endlich in die Köpfe der Menschen kommen.
Ich werde in den nachfolgenden Ausführungen alle meine kategorisch erscheinenden Eingangsbehauptungen durch harte Fakten unterlegen, über die es sich dringend gründlich nachzudenken gebietet, auch zu streiten.
Fleisch ruiniert die Gesundheit. - Warum?
Da bestehen entstehungsgeschichtliche und somit ernährungsphysiologische Gründe. Darwin hat schon vor 160 Jahren für eine Aufklärung über den Ursprung unserer Art gesorgt. Das weiß eigentlich heute auch fast jeder. Wir kommen aus der Gruppe der Schwinghangler, auch Brachiatoren genannt. Sie waren Baumbewohner und somit Früchte- und Blätteresser mit einem dafür ausgelegten superfeinen Verdauungstrakt, der auf die Enzyme aus den Früchten angewiesen und für die Blätterverwertung mit verlängertem Darmkanal ausgestattet ist. Fleisch ist schwer verdaulicht, hier völlig fehl am Platze, weil nicht artgerecht. (Die physiologische Begründung, auch die der Gefährlichkeit von tierischem Eiweiß, Beispiel Alzheimer, muß hier entfallen. Dafür waren in meinem Buch 133 Seiten erforderlich). Blätter sind zwar anspruchsvoller in der Verdauungszeit als Früchte, deshalb ja der lange Darm, aber sie vergiften den Organismus nicht.
Das Fleisch dagegen tut dies in hohem Maße. Seine extreme Verweildauer im menschlichen Verdauungstrakt, um ein Vielfaches länger als im drastisch kurzen Raubtierdarm, gewährt Harnsäure, Ammoniak und Leichengift daraus den breitesten Zugang und die beste Gelegenheit zu einer permanenten Rückvergiftung des gesamten menschlichen Organismus. Der Sigmoid (Endschleife des Dickdarms) wird so zur Dauerkloake (Beweis: Toilettengeruch). Das Raubtier hingegen ist vor diesem Angriff geschützt. Es hat – schon gesagt – einmal den extrem kurzen Darm, der das giftige Abfallgut schnell ausstößt, und es verfügt zudem mit dem speziellen Enzym Urikase über ein glänzend wirksames Werkzeug, welches die hochaggressive Harnsäure aus dem Fleisch in harmlosen Harnstoff umwandelt. Der wird dann ohne Schaden restlos ausgeschieden. Für Früchte- und Blattnahrung jedoch ist keine Urikase erforderlich.
Auch ein selbst von Ernährungsfachleuten mißachteter Ausweis für uns als Früchteesser. Wir sind also diesem konzentrierten Säureangriff schutzlos ausgeliefert, bekommen Blasen-, Nieren- und Gallensteine, Rheuma, Gicht, Arthritis, Bandscheibenschäden etc., und wir können uns mit Fleisch vergiften. Das passiert keinem Räuber. Soweit in aller Kürze nur einige Beweise dafür: Der Mensch ist kein Raubtier! Deshalb hat Fleisch auf seinem Teller auch nichts zu suchen.
Fleisch macht uns aber nicht nur krank, weil es keine Menschennahrung ist, es birgt auch ursächliche Gefahren, die es uns inzwischen reihenweise beschert, in Form von Schweine- und Vogelgrippe, BSE, Kreutzfeldt-Jacob und schließlich Ziegengrippe, (kürzlich in Holland sind Tausende Ziegen getötet worden). Ohne Schweine keine Gefahren aus Rotlauf, ohne Rinder keine aus der Blauzungenkrankheit oder Maul- und Klauenseuche. Nun Dioxinalarm bei Schaf- und Lammleber. Die seien ungenießbar (3Sat nano 16.März). Da wurde teilweise das Hundertfache der verträglichen Werte festgestellt. Fleisch, Fisch, Eier und Milch seien gleichermaßen von dioxinartigen PCBs (Polychlorierten Biphenylen) betroffen. Tatsache ist doch: Ohne das Essen vom Tier sähe die Welt für uns weit friedlicher aus und wäre unser Gesundheitssystem niemals so tief in die Knie gegangen. Alle diese Entwicklungen resultieren aus dieser nicht artgerechten und damit wahrlich abartigen Ernährung. Wir nehmen das Falsche, verfallen zusätzlich dem Erhitzungswahn, verstümmeln das Ganze noch bis zur Unkenntlichkeit für unseren Organismus und schaffen damit viele Krankheitsursachen. Der Mensch glaubt, sich mit dem grandiosen Freiheitsgrad seines 100 Mrd. Gehirnzellen zählenden Denkapparates nebst technischer Errungenschaften alles herausnehmen, sich über sämtliche ihm gesetzten Schranken hinwegsetzen zu können und ist trotz geistiger Überkapazität dennoch nicht einmal fähig, die über 40.000 sog. Zivilisationskrankheiten als blanke Sanktion der Natur zu begreifen. Keine der einfügsamen Kreaturen ’da draußen’ in der Natur erfährt solche drastischen Strafaktionen.
Und damit kommen wir nun zu einem heiklen Punkt dieses Appells. Wenn Fleisch unseren Körper krank macht, und das tut es, denn ’Der Mensch ist, was er ißt’ (Feuerbach), dann muß es das selbstverständlich auch mit unserem Gehirn anstellen. Das aber darf uns nicht unberührt lassen, handelt es sich dabei doch um unser Zentralorgan für Ich-Bewußtsein und unsere Wahrnehmungsqualität für die Welt. Als relativ kleines Organ, um die 2% unseres Körpergewichtes, beansprucht es aber außergewöhnliche 20% des gesamten Energiehaushaltes unseres Körpers. Hier wird der Rieseneinfluß der jeweiligen Ernährung auf unser Oberstübchen deutlich. Wenn Essen vom Tier nun die Qualität unserer Gehirnzellen vermindert, dann ganz unmittelbar ebenso – weit weniger beachtet - auch unsere Denkfähigkeit und Gedankenqualität. Und das ist schlimm. Um da noch gleich eins draufzusetzen:
Fleisch macht auch süchtig.
Es bildet, wie von Alkohol, Nikotin, Drogen und Medikamenten hinlänglich bekannt, auch für sich ein eigenes Suchtzentrum im Gehirn aus, das den Fleischesser überborden und somit beherrschen kann. Fleisch ist also nicht nur für unseren Körper schlecht, sondern auch für unseren Geist. Und mal ganz ehrlich, für den noch unverstellten Blick sind in unserer heutigen Gesellschaft doch untrügliche Ansätze dafür zu erkennen, daß da oben etwas klemmt? Wie anders ist es denn sonst zu erklären, daß die Menschen angesichts der gräßlichen Fleischauswirkungen, einschließlich der vielerorts dunklen Machenschaften, die aus den zahllosen Gammelfleisch-Skandalen sprechen, dennoch nicht vom Tiere-Verspeisen ablassen können? Der normale Menschenverstand müßte doch spätestens bei den letzten Scheußlichkeiten korrigierend einsetzen und den Sperriegel vorwerfen. Tut er aber ganz offensichtlich nicht. Das Gedächtnis ist längst erkennbar kurz geworden. Und selbst die Akteure in Sachen richtiger Ernährung vor der Kamera bei Ihnen zeigten sich dessen mit keiner Bemerkung bewußt. Auch von den vielen Ernährungsfachleuten in unserem Lande habe ich noch keine aufrüttelnd-kritische Stellungnahme dazu vernommen, keine konsequente Absage an das Fleisch als für Menschen generell Schädliches. Gerade unter ihnen dürfte es aus ureigener ernährungsphysiologisch geschulter Fach-Einsicht eigentlich keinen einzigen Fleischesser geben. Eigentlich.
Daß Fleischkonsum tasächlich die Psyche beeinflußt, hat eine Gefängnisstudie im schottischen Pallmont (aktuelle Meldung vom 7. März 2010) gezeigt. Die überschießende Gewaltausübung der Häftlinge untereinander, ein offensichtlicher Trend der Zeit, ist durch Absetzen der üblichen Fleischkost und Ersetzen durch Obst und Gemüse schon nach kurzer Zeit, wie es wissenschaftlich heißt, signifikant (um 37%) zurückgegangen. Damit ist der Einfluß der Ernährung auf das generelle Verhalten, selbst so rauer Gestalten, ziemlich gut belegt. Sollte die Gewaltentwicklung bei uns, gerade bei unseren Heranwachsenden, nicht einmal im Lichte dieser Erkenntnis betrachtet werden? Der Auslöser für Entgleisungen ist sehr wohl mit den Streßhormonen in Verbindung zu bringen, die in einem großen Ansturm der Angst bei intensivem Blutgeruch und Schreien aus den Tötungsmaschinen im Tier davor ausgeschüttet werden. Sie können dann wegen des Kreislaufzusammenbruches durch die Schlachtung im Tier selbst unmöglich abgebaut werden und finden so mit geballter Ladung im Gehirn des Fleischessers (Hypothalamus, Mandelkern) ihr biologisch adäquates Wirkungsfeld. Und für den wachen Blick des noch intakten kritischen Verstandes ist doch das beunruhigend steigende Auftreten von ADS und ADHS bei unseren Kindern geradezu Bestätigung dafür. Überschießende Streßhormone aus dem Tier drängen in den empfindlichen Kinderorganismus und in seine noch unfertige Psyche. Die Zappeligkeit und Hibbeligkeit der Sprößlinge kommt aus dieser Richtung. Das alles paßt doch zusammen wie Haken und Öse. Und der verflixte Haken steckt im Fleisch. Erkenntnis: Auch das Kind ’ist, was es ißt’(!)
Über diese Tatsachenverquickung sollten sich Gesundheitsministerium und Fachkreise, da meine ich die Mediziner und Ernährungsfachleute, endlich ernsthafte Gedanken machen und Empfehlungen erarbeiten, die diesen Ernährungsschwachsinn eindämmen. Eine vernünftige Wortmeldung von ihnen erschiene mir geradezu befreiend. Und Mütter, mal scharf nachdenken: Fleischportionen voller Streßfaktoren während der Schwangerschaft regen das werdende Baby auch schon auf. Es bekommt bei alledem die ersten Rationen überdrehender Stoffe mit. Diese Erkenntnis muß zumindest bei den Ärzten aufblitzen, oder endlich befeuert werden. Vielleicht durch Wortmeldungen, wie diese.
Werdenden und schon seienden Müttern muß dieser hinterlistige Link des Fleisches zur Kenntnis gebracht werden. Fleischverzicht dann ist doch allemal besser als Langzeitbehandlung mit persönlichkeitsverändernden Spezialpräparaten zur Wattierung für den Alltag, die unzählige Kinder und ihre Eltern ständig gemeinsam hinbekommen müssen und auch zu erleiden haben. Medikamentengabe wegen falscher Ernährung. Welch ein Irrsinnszirkel, welch eine Krüppelidee!
- Wo bleibt hier bloß der Aufschrei der Ernährungsfachleute im Lande? Gerade sie sind zur raschen Information unserer jungen Eltern aufgerufen, damit sie die lammfromme ’Weichbettung’ ihrer Sprößlinge guten Gewissens beenden zu können. Es geht um die Unversehrheit unserer Kinder, unserer Zukunft. So heißt es doch in Fensterreden.
Also, Aufforderung an die Medien: Raus mit dieser Information, und zwar auf allen Kanälen. Ihre hehre Aufgabe. Erst damit besteht die Chance, daß dieser Rat in größerem Rahmen draußen befolgt und das Ergebnis daraus ermittelt werden kann. Beobachter seien dann bitte die Hausärzte.
Ich habe in meinem Buch (bereits 2009 und früher in verschiedenen Ausgaben), in 15-jähriger Vortragstätigkeit Deutschland-weit und in Österreich, sowie mit vielen solcher Appelle auf diesen Zusammenhang aufmerksam gemacht. Jedoch sind sämtliche schriftliche Eingaben der allgemeinen Nichtachtung – eben der Medien - anheimgefallen. Wo bleiben da bloß homo sapiens so selbstgerühmter Geist und dessen Einsichtsfähigkeit? – Wirkt das Fleisch – wie auch immer – schon?
Nun führen ja die Fleischverteidiger das Argument ins Feld, es sei für unsere Muskelbildung unabdingbar und hätte das für unsere Menschwerdung so wichtige Gehirnwachstum befördert. Das aber ist doch offensichtlich falsch, denn Elefant, Nashorn und Büffel, ja selbst der Gorilla, haben ihre imposanten Muskelpakete aus ihrer Grün-Naturnahrung. Woher denn sonst? Und anders, würde Fleisch tatsächlich klug machen, dann hätten uns die Raubtiere, die ja bekanntlich von Anbeginn der Evolution Fleischfresser sind, an Intelligenz schlankweg überholt haben müssen. Haben sie aber nicht. Zeit dazu gab es im Überfluß. Darüber sollten die Fleischbefürworter einmal nachsitzen.
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