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Archive für 21.4.2010

Im Himmel oder im Paradies?


Liebe Freunde,


wer mich kennt oder hier regelmäßig mitliest, weiß, wie ich den Wald liebe, er ist meine wirkliche Heimat, aber auch andere Landschaften können mein Herz zum Hüpfen bringen.

Zehn Minuten mit dem Rad entfernt liegt das “!Himmelmoor”, eine wunderschöne Moorlandschaft, die durch den Torfabbau der Menschen zwar schon mächtig gelitten hat, aber immer noch bezaubernde Ecken hat. Vor allen Dingen: Es ist einsam dort, kaum Menschen, welche die Natur stören. Vogelgezwitscher - sonst nichts.

Strahlend blauer Himmel (immer noch ohne Kondensstreifen) und Wolkenbrüche mit Hagel (!) wechselten sich heute in kesser Aprillaune ab. Hier drehe ich im Moment meine Runden und mache das Urtraining, und ich fühle mich dann wirklich wie im Paradies. :-)


Hier gibt es auch relativ wenig Hunde und wenn, dann an der Leine und auf den Wegen.
Was ich heute so fand:
Taubnesseln:

Ganze Scharbockskrautteppiche:

Blüht jetzt aber schon und so lasse ich es stehen.


Das Milzkraut:


Das Milzkraut wächst gerne an Gewässern und ist echt recht bitter.

Ich persönlich liiiiebe diese Bitterstoffe, denn wir besitzen die Rezeptoren für Bitterstoffe ja nicht umsonst!  Nur die Dummheit der Menschen ließ sie auf die Idee kommen, sie wegzuzüchten und so gibt es diese Bitterstoffe nur noch selten in Kulturpflanzen.

Die Bitterstoffe sind aber wichtig, ich schrieb schon oft darüber, sie steigern die Magensaft- und Gallensaftsekretion. Sie wirken appetitanregend, verdauungsfördernd und sie beseitigen Fäulnis- und Gärungsprozesse.

Milzkräuter wurden im Mittelalter gegen Erkrankungen der Milz verwendet. Die Milz ist in unserer Zeit ein Organ das sehr unterschätzt wird. Viel zu schnell wird sie von den Schulmedizinern operativ entfernt, wenn dort ein Ungleichgewicht und somit “Krankheit” entsteht.

Dabei ist sie ein sehr wichtiges Organ, das einen direkten Zusammenhang zum Magen hat. Eine Milzschwäche führt dazu, das unsere Haut verwelkt. Cellulite, schnell entwickelte “blaue Flecken”. Müdigkeit, Schlafsucht,geschwächte Glieder, Konzentrationsschwäche, Schwäche der Beine, Husten mit Schleim und vieles mehr, sind Zeichen einer geschwächten Milz.

Ein anderer Stoff, der sich in Wildpflanzen befindet, ist Kieselsäure.

Kieselsäure (Silicium) ist nach Sauerstoff das am weitesten verbreitete Element auf der Erde und es ist ein lebensnotwendiges Element. Silicium sorgt für Festigkeit und Elastizität unseres Gewebes.
Das (u.a.) bewirkt, dass wir uns in unserer Haut wohlfühlen. Zwei liebe Komplimente bekam ich heute von zwei Frauen (von Frauen wirken sie immer doppelt … hi hi hi…):

“Brigitte, Du siehst auf den Bildern echt klasse aus. Du hast so einen schönen rosigen Teint und tolle liebe Augen
Hallo, liebe Brigitte !
Du siehst immer wie eine 40 .. und darunter - Jährige aus : suuuuperguuuutttt !!!”

Und jetzt verrate ich Euch mal mein Geheimnis:

Ja, es sind die Wildpflanzen, die das bewirken!

Ich fühle mich nicht nur besser als mit 30, ich sehe auch besser aus, wie mir oft gesagt wird. Und ganz wichtig:


Niemals, wirklich niemals Fleisch- oder Fisch zu euch nehmen. Habt Ihr das auch schon bemerkt?


Frauen, die viel Fisch essen (weil er ja sooo gesund ist…*gähn* )haben oft eine merkwürdig talgige und blasse Haut und das Gesicht hat merkwürdig schwammige Konturen. Wirklich merkwürdig.


Aber zurück zur Kieselsäure:
Sie unterstützt das Immunsystem ebenso wie den Knochenbau.

Und überall wächst die wunderbare Brennessel, die auch viel Kieselsäure enthält, aber noch so manches mehr!

Sie ist die Blattpflanze mit dem höchsten Proteingehalt in unseren Breiten.
Die Brennessel enthält viiiel Vitamin C, A und B, Eisen, Kalium, Natrium, Kalzium, Schwefel und Phosphor. Sie ist blutreinigend, verdauungsfördernd und regt Blasen- und Nierentätigkeit an. Die Samen der Brennessel sind bekanntermaßen auch sehr wertvoll.
Es hat sich bei aufgeklärten Menschen immer mehr herumgesprochen, dass Brennesseln einen großen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren haben. “Mehr als ein Unkraut” hieß ein Beitrag des Bundeswettbewerbs “Jugend forscht”, bei dem das Öl der Samen der Großen Brennessel auf ihre Inhaltsstoffe untersucht wurde:

Deren Schlussfolgerung:

Aufgrund der gefundenen ernährungsphysiologisch wertvollen ungesättigten Fettsäuren ist die Brennessel keineswegs nur als Unkraut, sondern auch als wertvolles Naturkraut anzusehen, von dem sich nicht nur die Blätter und Stengel, sondern auch die Samen als Rohstoff nutzen lassen.

Wildpflanzen wie Brennesseln sind aber nicht nur sehr lecker, sondern sie sind auch eine sehr wichtige Nährstoffquelle. Sie erhalten erstaunlich viele Vitamine und Mineralsalze und was kaum bekannt ist: Sie sind reich an Proteinen, die aufgrund ihrer Aminosäurenstruktur eine hohe biologische Wertigkeit haben.”

Das Labkraut wuchert auch überall:

Und natürlich der würzige Giersch:

An den Innenseiten von Gräben sind sehr gute Sammelstellen:


Links an der Uferböschung würde ich sammeln, rechts am Weg nicht:

Der Löwenzahn blüht auch schon hier und da:


Auch eine gute Sammelstelle am Rand von unbewirtschafteten Wiesen:


Im Schutze des großen Baumes am Graben wuchert auch so mancherlei:

Der gute alte Wegerich:

Ohne Moos nix los? Oh doch …

Liebe Freunde der natürlichen Kost,
manchmal erreichen mich Leserbriefe, die bemängeln, dass meine Art zu leben, zu kostenintensiv für sie wäre.

Gestern heiß es da zum Beispiel:


… ich kann mir Deine reiche Auswahl einfach nicht leisten und so greife ich immer wieder zum viel billigeren Fleisch, um satt zu werden.”

Nein!

Das muss nun wirklich nicht sein.

Auch bei einem eingeschränkten finanziellen Budget gibt es viele Möglichkeiten, um satt, gesund und zufrieden sein Leben zu meistern.

Hier ein Beispiel:

Frühstück:

Eine halbe Kokosnuss (gibt es mittlerweile in vielen Geschäften in Bioqualität) mit vielen Wildpflanzen (Kosten: 50 cent bis ein Euro)

Zwischendurch beim Morgentraining: 5 Datteln, 5 Paranüsse (Kosten: 1 Euro)

Mittag:


Vieeele kostenlose Wildpflanzen, ein paar Braunalgen, eine Handvoll gekeimte Linsen, 5 Oliven, eine halbe Gurke, 5 Tomaten, ein paar Röschen Blumenkohl, Brokkoli, eine halbe Fenchelknolle, 1 Avokado (alles je nach Saison!) (Kosten: 5 Euro)

Abendessen:
Viele Wildpflanzen und Früchte nach Belieben und Saison. (Kosten: 3 Euro)

Mit 10 Euro am Tag kann man also durchaus hochwertig, rein pflanzlich und gut speisen.

Tipp: Wer arm ist, muss viel sammeln gehen. Achtet in der kommenden Saison mal auf wildwachsende Bäume, Sträucher und Beeren - es lohnt sich!

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