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Archive für 29.7.2010
Es gibt keinen Nahrungsinstinkt, der uns den Weg zeigt, die Natur zeigt ihn uns!
29.7.2010 von Brigitte Rondholz.
Liebe Freunde, liebe Leser,
sicherlich seid Ihr auch schon mal im Internet “über Menschen gestolpert”, die steif und fest behaupten, dass ihr Instinkt ihnen den Weg zur gesunden Ernährung zeigte? Im realen Leben passiert dies weniger, denn von diesen ver-rück-ten Zeitgenossen gibt es nur sehr wenige.
Dass der “Nahrungsinstinkt” eine Chimäre, also ein Trugbild, ein Wahn oder auch nur eine Einbildung ist, wird deutlich, wenn man sich anschaut, was diese Menschen so alles essen.
Fleisch in rauhen Mengen zum Beispiel, und das kann ihnen kein Instinkt sagen, denn wir sind von Haus aus reine Pflanzenesser.
Der Naturforscher Louis Kuhne hat dies u.a. sehr überzeugend dargelegt.
Nein, ein angeblicher “Nahrungsinstinkt” ist genau so ein Unfug, wie die anderen Ausführungen des Erfinders dieses Irrglaubens, Guy-Claude Burger, wenn er über die Liebesfähigkeit der Menschen schwadroniert.
Ein anderes Ereignis beweist dies auch sehr schön.
Mir wurde kürzlich aus erster Hand von den immer noch unter Schock stehenden Eltern eines 9-monatigen Stillkindes, was auch schon andere Sachen neben der Muttermilch isst, berichtet, wie dies Kind in Windeseile zum Katzenklo krabbelte und die festen Ausscheidungen aß!! Ohne Ekel, sogar mit Interesse, wie es schien! Klarer Fall von “instinktivem Essen”, gell?
Es ist doch auch sehr logisch, dass die Natur uns damit nicht ausgestattet hat, denn sie ist sparsam im Verteilen von überflüssigen Dingen. Instinkte sind spontane, angeborene und biologisch zweckmäßige Verhaltensweisen, die das individuelle und kollektive Überleben sichern.
Der Urmensch brauchte so etwas nicht, er aß einfach - wie alle anderen Lebewesen auch! - die Nahrung, die um ihn herum wuchs - und gut war’s! Da wurde nicht geschnüffelt und ausgetestet, ob “Bedarf” da sei!
Und was ist mit dem Geruchs- und Gesichtsinn? Lockt er uns zum Töten?
Kuhne schreibt dazu:
“Lasst uns nun unseren dritten Weg einschlagen und diesmal auf die Wegweiser zu unserer Nahrung, auf die Sinne, achten. Namentlich sind es der Geruch- und der Gesichtssinn, welche die Tiere zu ihrer Nahrung führen und in ihnen zugleich das Verlangen nach derselben wecken.
Findet das Raubtier die Fährte eines Wildes, so fangen die Augen an zu funkeln, es folgt eifrig der Spur, erhascht die Beute in kühnem Sprunge und leckt gierig das hervorspringende Blut; alles das erregt in ihm sichtlich volle Befriedigung.
Der Grasfresser dagegen geht ruhig an seinen Mitgeschöpfen vorüber und kann höchstens durch andere Umstände veranlasst werden, sie anzugreifen, nie wird ihn der Geruchsinn verleiten, Fleisch zu verzehren. Er lässt sogar seine natürliche Nahrung unberührt, wenn dieselbe mit Blut bespritzt wurde.
Hingegen führen in Geruch- und Gesichtsinn zu Kraut und Gras, die dann auch seinem Geschmacksinn behagen. Ganz die entsprechenden Wahrnehmungen finden wir bei Frugivoren, die durch ihre Sinne auf die Baum- und Feldfrüchte verwiesen werden.
Wie verhalten sich nun die menschlichen Sinnesorgane?
Locken uns je der Gesichtsinn und der Geruchsinn dazu, einen Ochsen zu töten? Wird ein Kind, das nie etwas vom Schlachten der Tiere gehört hat selbst dann, wenn es schon Fleisch genossen hat, beim Anblicke eines Masttieres auf den Gedanken kommen: Das müsste einen Leckerbissen für dich geben? Nur wenn wir uns im Geiste eine Brücke vom lebenden Tier bis zum Braten, wie er auf den Tisch kommt, herstellen, nur dann kommen uns derartige Gedanken, aber von Natur liegen sie nicht in uns.”
Jeder von uns weiß aus eigener Erfahrung, dass der friedliche Pflanzenesser Mensch eine sehr ausgeprägte Tötungshemmung hat. Normale Menschen können nicht töten.
Wir Menschen erfreuen uns am Anblick deines anmutigen Rehs oder possierlichen Häschens und wollen sie keineswegs töten, vorausgesetzt man hat uns diese Tötungshemmung nicht abtrainiert wie zum Beispiel den Jägern, Soldaten, Metzgern oder den zum Fleischkonsum umgepolten und danach süchtig gemachten Menschen.
Kuhne:
“Unsere Sinne empfinden das Töten selbst entschieden als etwas Abschreckendes, und das frische Fleisch will weder dem Geruch noch dem Gesicht behagen. Warum verlegt man denn die Schlachthäuser möglichst außerhalb der Städte? Warum erlässt man in vielen Orten Verbote, das Fleisch unbedeckt zu lassen? Kann dasselbe tatsächlich eine naturgemäße Speise genannt werden, wenn Auge und Nase so sehr von ihm beleidigt werden?
Wie lieblich erscheint uns dagegen der Duft des Obstes, und es ist gewiss kein Zufall, dass Berichterstatter über Obstausstellungen fast regelmäßig ihr Empfinden durch den Satz ausdrücken: „Beim Anblick der Früchte läuft einem das Wasser im Munde zusammen.“ So müssen wir zum dritten Male den Schluss ziehen:
„Der Mensch muss von Natur entschieden ein Frugivor sein.
Jedes Lebewesen bekommt die ihm gemäße Art Nahrung von der Natur zugewiesen
Wenn wir auf unserem vierten Streifzug die Vorkehrungen betrachten wollen, welche die Natur für die Forterhaltung der Art getroffen hat, so sind die einschlägigen Beobachtungen schon schwieriger. Allen Geschöpfen wird sofort nach dem Eintritt ins Leben eine Nahrung geboten, welche die rasche Weiterentwicklung begünstigt. Für den neugeborenen Menschen ist ohne Zweifel die Muttermilch die einzig natürliche Nahrung.
Fleischkost lässt Muttermilch versiegen
Hier machen wir auf einmal die Bemerkung, dass eine Reihe Mütter ihren heiligen Pflichten nicht nachzukommen vermag, da ihr Organismus die Nahrung für das Kind nicht zu erzeugen imstande ist. Es ist dies besonders schlimm, da solchen Kindern von klein auf der rechte Maßstab für die sinnlichen Eindrücke verloren geht, denn keine künstliche Nahrung gleicht der natürlichen vollkommen.
Unsere Beobachtungen zeigen uns sehr bald, dass die vorwiegend von Fleisch sich nährenden „besseren“ Stände weit mehr darunter leiden zu haben und genötigt sind, vom Lande, wo man wenig Fleisch genießt, sich Ammen kommen zu lassen. Diese speisen dann in der Regel auch von der Tafel ihrer Herrschaft, und nicht selten verlieren sie bald die Fähigkeit, am Kinde Mutterstelle zu vertreten. Auf Seeschiffen verleiht man den stillenden Müttern Haferschleim, denn bei der vorwiegenden aus Fleisch bestehenden Schiffskost versagen sonst ihre Brüste.
All diese Beobachtungen lassen uns den Schluss ziehen, dass das Fleisch schädlich für die Erzeugung der Muttermilch ist. Wir werden dadurch zum vierten Male zu dem Schlusse gedrängt, dass der Mensch von Natur auf Fruchtnahrung angewiesen ist.
Die Menschen und auch einige Tiere sind von ihrer natürlichen Nahrung abgewichen
Wenn wir richtig geschlossen haben, folgt aber mit Notwendigkeit, dass die meisten Menschen mehr oder weniger von ihrer natürlichen Nahrung abgewichen sind. Geschöpfe sind von ihrer natürlichen Nahrung abgewichen!
Das klingt fast ungeheuerlich und erfordert zunächst noch weitere Begründung. Ist es denn möglich, dass auch andere Geschöpfe ihrer natürlichen Nahrung untreu werden können, und welche Folgen hat dies? Die Zwischenfrage müssen wir erst lösen, ehe wir unseren Weg nach aufwärts fortsetzen. Wir wissen wohl, dass Hunde und Katzen sich an Pflanzenspeise gewöhnt haben, sind aber auch imstande, Beispiele anzuführen, wie sich pflanzenfressende Tiere an die Fleischnahrung gewöhnen können.
Es war mir vergönnt, einen höchst interessanten Fall zu beobachten. In einer Familie wurde ein junges Reh großgezogen, welches bald Freundschaft mit dem im Hause lebenden Hunde schloss. Es sah nun diesen oftmals von der Fleischbrühsuppe fressen und machte bald Versuche, ihm darin Gesellschaft zu leisten. Anfangs wandte es sich regelmäßig mit Zeichen des Widerwillens davon ab, wenn es nur die Zunge hineinbrachte; doch wiederholte es den Versuch, und nach einigen Wochen fraß es lustig mit.
Nach mehreren weiteren Wochen war es schon so weit, selbst Fleisch zu verzehren, und zuletzt zog es dasselbe seiner natürlichen Nahrung vor. Die Folgen blieben freilich nicht aus, es kränkelte bald und starb, ehe es ein Jahr alt war.
Ich füge noch hinzu, dass das Tier nicht eingesperrt war, sondern im Garten und Wald umherspringen konnte. Wir wissen ja auch, dass die frugivoren Affen in der Gefangenschaft leicht an Fleischkost zu gewöhnen sind, aber sie sterben dann auch in der Regel nach ein bis zwei Jahren an Lungenschwindsucht.
Man schreibt dies zwar bis jetzt allgemein dem Klima zu; da aber die anderen Tropenbewohner recht gut bei uns gedeihen, so kann man wohl annehmen, dass die unnatürliche Nahrung die größte Schuld trägt. Neue Versuche bestätigen dies auch.”
So viel zum „angeborenen Nahrungsinstinkt“, der doch die Tiere und Menschen vor diesem Selbstmord auf Raten bewahren sollte, wenn er denn vorhanden wäre. Das Konstrukt von Burger, dass er nur mit natürlichen Lebensmitteln funktioniert, überzeugt auch hier nicht, denn wenn alles natürlich läuft, braucht man solch einen „Instinkt“ ja nicht.
Es ist also sicher, dass die Tiere von ihrer natürlichen Nahrung abweichen können, und es wird hierdurch die Annahme, dass ein großer Teil der Menschheit ebenso abgewichen ist, schon viel wahrscheinlicher. Wenn dem aber so ist, so müssen auch die Folgen für uns wahrnehmbar sein, es müssen sich ebenso sicher Krankheiten einstellen oder schon eingestellt haben.
Früher Tod und Altersschwäche sind der Preis
Kuhne:
“Fragen wir die Menschen aufs Gewissen, wie viele von ihnen noch nie die Hilfe eines Arztes beansprucht haben, ich glaube, wir finden nur verschwindend wenige. Und wie viele gibt es denn, die den Tod an Altersschwäche sterben? Die Fälle sind so vereinzelt, dass die Tageblätter gewöhnlich Notiz davon nehmen. Es sind tatsächlich verschwindend wenig Menschen zu finden, die keine Fremdstoffe in sich tragen. Im Allgemeinen ist die mehr frugivor, wenn auch nicht ganz naturgemäß lebende Landbevölkerung immer noch glücklicher daran, wenn auch der Genuss frischer Luft das seinige beiträgt, die Hauptrolle spielt doch die Nahrung.
Hat sich der Mensch mit der Zeit ans Fleischessen angepasst?
Wir sind nun endlich dahin gelangt, die letzte Stufe zu betreten und durch Experimente die Haltbarkeit oder Unhaltbarkeit unserer Schlüsse zu beweisen. Namentlich zwei Einwände sind es, die durch dasselbe zugleich auf ihren Wert geprüft werden. Der eine ist der, dass der Mensch zufolge seiner höheren Organisation nicht denselben Bedingungen unterworfen sei, als die unter ihm stehenden Geschöpfe - und der andere, dass vielleicht durch den langen Gebrauch der Fleischkost der Körper sich dieser angepasst habe, etwa im Sinne der Darwinschen Anpassungslehre.
Dieser zweite Einwand gliedert sich wieder in zwei Behauptungen, einmal, dass das ganze Menschengeschlecht diesen Anpassungsprozess durchgemacht habe, und das andere Mal, dass wenigstens die Erwachsenen sich ihm nicht entziehen konnten. Alle diese Fragen sind endgültig nur durch Experimente zu beantworten, und zwar durch Experimente an Kindern und Erwachsenen. Diese Versuche sind aber bereits in Menge angestellt worden, und ich will die Resultate in kurzen Zügen vorführen.
In einer Reihe Familien sind Kinder von klein auf ohne Fleisch ernährt worden, und ich habe es mir immer zur besonderen Aufgabe gestellt, die Entwicklung solcher zu beobachten. Ich kann getrost behaupten, dass die Versuche entschieden zugunsten der naturgemäßen, d.h. fleischlosen Diät ausgefallen sind. Die Kinder entwickelten sich fast ausnahmslos körperlich und geistig vortrefflich, und zwar geistig nach allen drei Seiten hin, der des Verstandes, des Willens und des Gemütes.”
Auch dies kann ich anhand meines eigenen Kindes, welches am Ende des Jahres volljährig wird, (und an vielen anderen Kindern) voll bestätigen.
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