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Archive für 30.7.2010
Die Unaussprechlichen
30.7.2010 von Brigitte Rondholz.
Heute wird’s ein wenig schlüpfrig, liebe Freunde!
“Schlüpper” sagen wir Ostfriesen, Slips, Tanga, String die anderen … die “Unaussprechlichen” - Unterhosen waren einstmals so tabuisiert, dass man sie nicht einmal zu benennen wagte! Sprach man im 18. Jahrhundert von Beinkleidern, so war im 19. Jahrhundert fast nur noch von den „Unaussprechlichen“ die Rede -, haben heute viele Namen und Formen.
Unterhosen im heutigen Sinn kannte man bis ins 18. Jahrhundert gar nicht, und als sie eingeführt wurden, gab es sie bei Männern früher als bei Frauen.
Denn Verwendung fanden sie zuerst beim Militär. Der Begründer der Wiener “Sozialhygiene” Johann Peter Frank empfahl in seinem 1783 veröffentlichten „System einer vollständigen medicinischen Polizey“ für die Kleidung der kaiserlichen Armee unter den weißen Uniformhosen eine leinene Unterhose. Auch in Krankenhäusern begann man im frühen 19. Jahrhundert den Männern Unterhosen zu geben, den Frauen hingegen noch nicht.
Während es also für Männer im 19. Jahrhundert zunehmend üblicher wurde, aus “hygienischen Gründen” ihrem Hosenkostüm eine Unterziehhose hinzuzufügen, bedeutete die Unterhose für das weibliche Geschlecht eine wahre Revolution.
Noch im 18. Jahrhundert galten Frauen, die Unterhosen, d. h. Hosen unter dem Rock trugen, als unanständige, ja als geradezu schamlose Personen, während man heute (dummerweise) vom Gegenteil ausgehen würde.
Interessant ist: Mit denselben Argumenten, mit denen Unterhosen für Männer empfohlen wurden, mit gesundheitlichen, sittlichen und die Sexualität dämpfenden Überlegungen, wurden sie für Frauen kritisiert. Für Frauen waren statt Unterhosen Unterröcke die angemessene Unterkleidung. Es dauerte bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts, bis sich die Frauenunterhose in allen Schichten und Trachtengebieten durchgesetzt hatte.
Trugen Frauen im 19. Jahrhundert Unterhosen, so mussten sie im Schritt offen und geschlitzt sein, um zumindest die Andeutung eines Rockes zu vermitteln. Erst im späten 19. Jahrhundert begannen bürgerliche Damen geschlossene Unterhosen zu tragen. Im ländlichen Bereich setzten sie sich erst allmählich durch.
Und nur allmählich hat die Unterhose den Weg vom Liebestöter zum fetischartigen und miniaturisierten Ziel höchster sexueller Begierden genommen.
Aber was hat es mit diesem Fetisch auf sich? Benötigen emanzipierte, naturverbundene, freie Menschen so etwas?
Ein klares Nein! Es wird Zeit für eine weitere Revolution. ![]()
Ich kam während der gerade zurückliegenden Hitzewelle darauf:
Weg mit den Unterhosen - jedenfalls im Sommer!
Die siebziger Jahre befreiten uns von den BHs - nun wird es Zeit den Unaussprechlichen den Garaus zu machen!
Wie leicht, luftig und beschwingt man mit wehendem Rock oder Sommerkleidchen durch die Gegend läuft oder radelt. Ein tolles Gefühl ist das - ähnlich dem Nacktbaden!
Nun mögen die ein oder anderen Muggel “hygienische Gründe” herbei reden …
Blödsinn!
Als Urmethodiker spült man den Intimbereich eh nach jedem Toilettengang mit kaltem Wasser gut durch und dies kann man auch jedem Kochköstler empfehlen! Da können sich dann auch keine Gerüche bilden. (Dieser Tipp kann Ehen retten …)
Probiert es mal aus, Ihr lieben Frauen - und berichtet mir. Vielleicht macht Ihr einen neuen Gesprächsfaden dazu im Urkostforum auf? Ich bin gespannt.
Nun noch mal zu was anderem …
Wer mich kennt, weiß, dass ich meist sportlich und praktisch gewandet durch die Gegend laufe, aber manchmal, ja manchmal nehme ich auch abendliche Einladungen ins Konzert an und dann verkleide ich mich so, wie neulich abend:
Unaussprechlich … hat sie oder hat sie nicht?
Das bleibt mein süßes Geheimnis!
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