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Urkost - bei jedem Wetter - vom Feinsten und Blasentang gibt es hoffentlich bald bei Orkos

Brigitte Rondholz

Liebe Freunde,

das Wetter ist launisch wie eine Diva im April zur Zeit, aber es spielt keine Rolle, denn erstens sind wir keine Mimosen oder aus Zucker und zweitens hat auch Regen hat seine Vorteile, schließlich schießen dadurch unsere Wildpflanzen ins Kraut, dass es eine Pracht ist. Knoblauchrauke ohne Ende ist wieder angesagt, einfach toll.


Ich erzählte Euch schon von meinem momentanen Seminargast, der die Instincto noch von Burger persönlich erfuhr.
Nun ist er endlich bei der Urkost angelangt und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, dass er nun endlich - endlich! - satt und zufrieden ist.
Ich habe ihm prophezeit, dass er in einem Jahr auch ordentlich Muskeln und Körpermasse aufgebaut haben wird, denn als Urmethodiker ist dies ein Klacks, wenn man will! Und ständig frieren wird er dann auch nicht mehr. Wie schön und einfach das Leben doch sein kann, nicht?

Zum Mittagessen - Urkost in bezaubernder Vielfalt. Fettfrüchte, wie Avocados, Oliven, Safus, Steinchampignons,fruchtige Tomaten, Gurken, Fenchel, Blumenkohl, Brokkoli und natürlich jede Menge Wildpflanzen und eine Portion Blasentang - frisch von der Nordsee:

In der letzten “Natürlich Leben!” schrieb ich:

Der Blasentang (Fucus vesiculosus) – eine wilde Pflanze von der Küste – wie lange noch?

Noch ernte ich frisch aus der Nordsee meinen geliebten Blasentang, diese herrliche Wild-Pflanze aus dem Meer. Aber wie lange noch? (Wenn ich mir die fortlaufenden Umweltverbrechen der Ölmultis so anschaue, habe ich meine Zweifel)
Blasentang ist ein olivgrüner mehrjähriger Meerestang aus der Klasse der Braunalgen. (Aber bitte nicht verwechseln mit den getrockneten Algen aus der Nahrungsergänzungsmittelindustrie mit ihren Pülverchen und Presslingen, die wir als Urmethodiker nicht wollen und schon gar nicht brauchen!).
Seine flachen Zweige besitzen eine durchlaufende Mittelrippe. Beidseitig davon finden sich Gasblasen, welche dem Tang im Wasser Auftrieb geben. Er wird auch See- oder Meereiche genannt und kann eine Länge von bis zu einem Meter erreichen. Im Sommer finden sich am Ende der Stängel Blasen mit gallertigem Inhalt, der die Pflanze über Wasser hält.
Ich habe ihn schon als Kind gerne gegessen und esse ihn auch jetzt immer mal wieder mit großem Gewinn. Ich liebe ihn auch dafür ganz besonders, dass man durch seine Konsistenz gezwungen wird, kräftig zu kauen, anders kriegt man ihn nicht klein. Man findet ihn auf Steinen und Felsen im Atlantik, Pazifik oder an der Küste auf den Steinen der Deiche oder den Holzpfählen der Wellenbrecher an der Nord- und Ostsee.

Japaner verzehren Seetang in großen Mengen täglich (in Japan wird er gewöhnlich als Gemüse serviert), und selbst neueren Studien zufolge besitzt eine hohe tägliche Zufuhr von Seetang zahlreiche positive Effekte auf Gesundheit sowie Wohlbefinden. Aus diesem Grund dürften etliche „westliche“ Erkrankungen in Japan viel seltener sein als etwa in Europa.

Dazu zählen insbesondere Fettleibigkeit, Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Atemwegsbeschwerden, Rheuma, Arthritis, Schilddrüsenleiden, Infektionskrankheiten, Brustkrebs, Verstopfung und andere Magen-Darm-Beschwerden.
In Europa wird Blasentang in der Lebensmittelindustrie leider fast nur noch als Zusatz und Aromastoff verwendet. Aber seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er auch zur Behandlung von Adipositas eingesetzt. Noch heute ist Blasentang daher Bestandteil vieler Schlankheitsmittel.

Nicht nur Vitamine!

Im Seetang ist alles enthalten, was wir für Gesundheit und Fitness benötigen: Kohlenhydrate, Fett, Ballaststoffe, alle lebenswichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Kalzium, Magnesium, Zink, Selen, Eisen, Jod, Aminosäuren und Vitamine A, C und E sowie der B-Vitaminkomplex inklusive Vitamin B12, Niacin und Folsäure.

Schleimstoffe sind gut für uns!

Blasentang enthält Schleimstoffe, ja, aber dafür müssen wir uns nicht fürchten – im Gegenteil! Diese Schleimstoffe sind gut für uns und befinden sich auch in vielen anderen Pflanzen und Blättern. (Linden, Huflattich, Spitzwegerich, Malven und Beinwell zum Beispiel)
Schleimstoffe sind Gemische von Polysacchariden (Mehrfachzucker) die in kaltem Wasser hochviskose (zähflüssige) Gele bilden. Schleimstoffe gehören zu der Gruppe der wasserlöslichen Ballaststoffe und nehmen einen wichtigen Platz unter den therapeutisch wirksamen Bestandteilen von Pflanzen ein. Ihre erweichende, reizmildernde und einhüllende Wirkung lässt sich vor allem bei Entzündungen der Schleimhäute gut anwenden. Sie legen sich als dünne Schicht auf die Schleimhäute und schützen sie so vor Reizung. Schleimstoffe werden nicht vom Körper aufgenommen. Wasserunlösliche Schleimstoffe wirken vor allem auf den Magen-Darm-Trakt, indem sie das Darmvolumen steigern und damit den Stuhlgang regulieren. Schleimstoffe können Giftstoffe absorbieren, Entzündungen hemmen, den Blutzucker und Cholesterinspiegel senken. (Aus:„Essbare Wildpflanzen“ von Steffen Guido Fleischhauer)

Keine Kleinigkeit in heutiger Zeit: Absorption von Giftstoffen (Schwermetalle und radioaktive Elemente),

Ein anderer wichtiger Inhaltstoff ist Alginsäure, auch Algin. Die Salze der Alginsäure werden allgemein als Alginate bezeichnet. Alginate haben einen sehr guten wundreinigenden Effekt und können ca. das 20-fache des Eigengewichts an Wundsekret aufnehmen.
Alginate wirken auf Grund ihres Calciumanteils blutstillend. Sie sind gut verträglich, tamponierbar und können auch bei klinisch infizierten Defekten eingesetzt werden. Ich habe die geleeartigen Schleimstoffe oft als beschleunigende Kraft zur Heilung bei blutigen Verletzungen erlebt.

Der wichtigste Effekt von Alginaten aber ist die Absorption von Giftstoffen (Schwermetalle und radioaktive Elemente wie Quecksilber, Strontium, Barium, Cäsium etc.). Diese Schadstoffe werden durch die einzigartige Struktur der Alginate gebunden und ausgeschieden. Dabei beeinträchtigen Alginate aber in keiner Weise die Resorption von unentbehrlichen Mineralstoffen wie Kalzium oder Magnesium.

Hemmung des Wachstums von Krebszellen

Ein weiterer interessanter Inhaltsstoff von braunem Seetang ist Fucoidan – der auch zum Polysaccharid –Komplex gehört. Fucoidan veranlasst Krebszellen dazu, sich selbst zu zerstören (Apoptose). Dies haben Biowissenschaftler aus Japan und Australien herausgefunden. (http://www.nutrivea-de.com/medizinische_forschung_an_fucoidan.htm)

Verschickt Orkos bald Blasentang?

Immer wieder bedauern die Gäste aus dem Binnenland, die zu mir kommen, dass sie nicht hier oben an der Küste wohnen und somit diese Köstlichkeit nicht immer haben können.
Ich persönlich hoffe auch sehr, dass ich diese wertvolle Meeres-Wildpflanze noch lange an meiner geliebten Nordseeküste ernten kann. Wer nicht an der Küste wohnt, möge sich nicht grämen, vielleicht verbringt Ihr mal wieder euren Urlaub hier oben?

Ich weiß, dass Orkos frische Algen im Versand anbietet, ob auch der Blasentang dazu gehört, glaube ich nicht. Jedenfalls NOCH nicht. Ihr müsst es nur immer wieder nachfragen, dann werden sie es hoffentlich bald in ihr Sortiment aufnehmen, denn er ist einfach köstlich und nicht so salzig wie die anderen Sorten aus dem Atlantik.

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