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Kochen die Menschen schon seit 1,9 Millionen Jahren - oder will man uns wieder einmal für dumm verkaufen?


Brigitte Rondholz

Liebe Freunde,
die Propaganda läuft auf Hochtouren für das Kochen, selbst trainierte und gefakte grillende Affen werden jetzt ins Feld geführt:


Bonobo als Griller von Marshmallows - ich lach mich schlapp!
In der nächsten “Natürlich Leben!” könnt Ihr folgenden Artikel zum Thema Nutzbarmachung des Feuers von mir lesen. Hier ein kurzer Ausschnitt daraus:

Brigitte Rondholz
Kochen die Menschen schon seit 1,9 Millionen Jahren - oder will man uns wieder einmal für dumm verkaufen?

Die weltweite Rohkostbewegung wird immer stärker und so darf es nicht verwundern, dass die Widersacher unserer naturgemäßen Lebensart und Hüter des Kochherdes auf den Plan gerufen werden, um einen schnellen Wechsel zur natürlichen Kost zu verhindern – zu viel Gewinn steht auf dem Spiel! Aber so viel vorweg: Lasst Euch nicht beirren. Über kein Ereignis in der Geschichte wird so munter spekuliert wie über die erste Nutzbarmachung des Feuers durch den Menschen.
Im August 2011 wartete die „Die Welt“ (vom 23. 8. 2011) mit einem geradezu triumphierenden Artikel zur Nutzbarmachung des Feuers mit dem Titel: „Grillen seit 1,9 Millionen Jahren“ auf. Da konnte man Erstaunliches erfahren, nämlich dass schon der „Homo erectus“ dem Kochen frönte - und somit den „globalen Siegeszug der Gattung Mensch“ - ermöglichte. Begründet wurde diese kühne These u.a. mit diesen Behauptungen:
„Durch das leichter und schneller verdauliche Essen überlebten mehr Nachkommen der Frühmenschen. Wie unsere Vorfahren das Kochen erfanden und damit endlich etwas Warmes in den Magen bekamen, zählt zu den besonders revolutionären Fortschritten in der Geschichte der Menschheit. Das Essen zu sieden, zu braten, zu schmoren oder zu backen prägt heute noch genauso die Esskultur wie in grauer Steinzeit. Aus den einst dürftigen Feuerstellen mit offener Flamme, in Erdgruben oder aus Steinen gebaut, sind längst Statussymbole aus Chrom mit Induktionskochfeldern geworden. Die Forscher vermuten, dass schon der Homo erectus sein Essen kochen konnte. Diese ausgestorbene Art der Gattung Homo lebte vor rund zwei Millionen Jahren in Afrika, Asien und Europa. Die schmalen Backenzähne von Homo erectus sowie ein geringes Darmvolumen bestätigen diese Hypothese. Fundstellen wie die Höhle von Choukoutien in Peking, in der verkohlte Knochen gefunden wurden, oder auch die Reste von Hütten mit Herdstellen in der Terra Amata bei Nizza zeigen, dass Homo erectus das Feuer beherrschte. “Der Mensch ist das einzige Tier, das gekochte oder anderweitig verarbeitete Nahrung aufnimmt”, schreiben der Evolutionsbiologe Chris Organ und sein Team von der Harvard University. Im Magazin “PNAS”, berichten sie, dass sie herausgefunden hätten, dass der Mensch bereits vor 1,9 Millionen Jahren das Kochen erfand - und dass er sich damit seine Überlebenschancen und die Fitness seiner Art signifikant verbesserte: Die kalorisch höherwertigen Mahlzeiten führten zu einer gestiegenen Reproduktionsrate und sicherten den Fortbestand der Spezies .Die Forscher gehen davon aus, dass das langfristige Überleben des Homo sapiens allein durch Rohkost fraglicher gewesen wäre. Zudem sorgte das gute Essen offenbar dafür, dass das Gehirn sich besser entwickeln konnte. Das Erfinden des Kochens sei die Voraussetzung für die Entwicklung des Homo sapiens.“
Soweit im Wesentlichen der Bericht in der Welt. Etwas Warmes in den Magen zu bekommen als revolutionärer Fortschritt? Das Wunschdenken eines Hobbykochs? Unfug? Wie sollte das möglich sein?

Ein größeres Gehirn durch Kochkost?
So wie wir als einzelne Menschen erleben, dass sich unsere persönliche Gesundheit und Fitness von Grund auf verbessern, wenn wir zur rein pflanzlichen Frischkost übergehen, so kann wohl kaum in grauer Vorzeit genau das Gleiche für die Urmenschen mit der Einführung des Kochens zugetroffen sein. Aber das Übel zeigte sich damals wohl nicht so leicht und schnell wie bei uns die Verbesserungen. Aber heute wissen wir, dass die Ernährung durch Koch- und Fleischkost zu allen uns bekannten Zivilisationskrankheiten führte. Warum hält man trotzdem daran fest?
Zuerst einmal muss man festhalten, dass die Berechnungen des genauen Zeitpunkts der Einführung des Kochens rein spekulativ sind, weil es wirkliche Beweise aus der Altsteinzeit nicht gibt. Und dass man Hinweise für die Nutzung des Feuers hat, bedeutet nicht, dass man es auch zum Kochen nutzte. Viele Forscher sagen, dass das Feuer höchstwahrscheinlich zuerst anderweitig genutzt wurde, z.B. um sich warm zu halten oder um Tiere abzuwehren. Die Spekulation, dass das Kochen der entscheidende Impuls für die Entwicklung des menschlichen Gehirns gewesen sei, ist so neu nicht, aber sie ist längst widerlegt. Es war der Zoologe Richard Wrangham, der die Theorie einführte, dass das Kochen zu einem größeren Gehirn führte. Dabei unterschlägt er allerdings, dass die Menschen schon ein hohes Maß an Intelligenz brauchten, um das Feuer zu kontrollieren und die Nutzung zu erlernen. Mit anderen Worten, man musste schon intelligent sein, um es nutzen zu können und nicht umgekehrt, dass man durch die Nutzung erst intelligent wurde. Viele Forscher sind sich einig, dass dies frühestens vor 250.000 Jahren begann, andere Quellen sagen, dass der Beginn des kontrollierten Einsatzes des Feuers durch den Menschen zum Zweck des Kochens erst vor 125.000 Jahren begann und dort auch nur sporadisch. Nach den allermeisten paläontologischen und archäologischen Erkenntnissen begannen die Menschen erst vor etwa 40.000 bis 50.000 Jahren Feuer systematisch zu nutzen, um sich mit einer größeren pflanzlicher Nahrungspalette zu versorgen. Alle pflanzlichen Nahrungsmittel, die des Kochens bedurften, wie Weizen, Gerste, Reis, Hirse, Roggen wurden noch viel später, nämlich vor circa 10. 000 Jahren gezüchtet und mit der Sesshaftwerdung kam sicherlich auch die Langeweile. Und was macht man dagegen auch noch heute? Richtig, man lädt sich Freunde ein und fängt an zu grillen. Auf jeden Fall ist dieser Zeitraum zu kurz, um uns an diese widernatürliche Handlungsweise anzupassen. Vielleicht können wir sie zu einem gewissen Grad tolerieren, aber optimal ist sie gewiss nicht!
Es wäre sicherlich einmal interessant, eine langfristige wissenschaftliche Studie mit Menschen, die hundertprozentig gekochte Nahrung ohne einen Anteil von rohem Obst oder Gemüse zu sich nehmen, durchzuführen und die Auswirkungen dann nach einem Jahrzehnt festzustellen. Fest steht: Eine Erhöhung der gekochten Stärken, Getreide und die Einführung von Milchprodukten hat großen Schaden an unserer Spezies verursacht, sogar in Bezug auf die Größe des Gehirns, während viele von uns mit reiner Urkost sich von Jahr zu Jahr besser fühlen.
Am Anfang war noch kein Feuer!
Die Forscher Paola Villa und Wil Roebroek kommen zu anderen Zahlen und einem anderen Schluss, nämlich, dass die frühen Menschen durchaus in der Lage waren, ohne Feuer im viel kälteren Europa zu überleben - und das sogar über Hunderttausende Jahre hinweg ….

… mehr zu diesem spannenden Thema in der Februarausgabe der NL. Wer sie noch nicht abonniert hat, sollte es JETZT tun, um den Artikel lesen zu können und meine persönlichen Schlussfolgerungen keineswegs zu verpassen! :-)


Ja, wir optimistischen Urmethodiker machen den Unterschied als Weltverbesserer!
… weil die Menschen, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, die sind, die es tun! (frei nach “Think different”)

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